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Das "instinktive" Schießen 13.10.2009 19:07
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Servus!
Hier will ich mal meine eigenen Erfahrungen zum instinktiven/intuitiven Schießen posten. Zu Beginn meiner Langbogenzeit hat mich sehr gereizt, was ich da in den verschiedenen Büchern gelesen habe -> auf's Ziel konzentrieren, hinhalten und drauf damit... so wollt' ich das auch machen.
Dieses Anti-System führte bei halbwegs ordentlicher Technik auch sehr schnell zu ersten Erfolgen. Versucht man das ganze jedoch zu perfektionieren, geht meiner Ansicht nach der Aspekt des Intuitiven mit der Zeit von selbst verloren. Nach einigen tausend Schüssen prägt sich nicht nur die richtige Armhaltung bei verschiedenen Entfernungen ein, sondern meiner Ansicht nach auch das "Schussbild", welches sich beim Blick auf das Ziel ergibt. Ich nehme nicht nur das Ziel wahr, sondern mehr oder weniger bewusst auch den Abstand der Hand/Spitze zum Ziel -> und wenn da was nicht passt, fällt das auch sofort auf... Damit ergibt sich nach einiger Zeit automatisch eine Art Split/Vision Effekt, auch wenn man das eigentlich nicht will.
These: Es gibt überhaupt kein "instinktives/intuitives" Zielen
...wobei ich mal behaupte, dass viele hardcore Instinktivschützen eigentlich ausgezeichnete Systemschützen sind, was ich grundsätzlich keineswegs negativ sehe.
Welche Meinung hat die Forenschaft dazu? 
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Aw: Das "instinktive" Schießen 13.10.2009 19:31
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Das läßt sich überprüfen. Man nehme einen guten angeblichen Intuitivschützen (Instinkt ist das falsche Wort finde ich) und gebe ihm Pfeile mit unterschiedlicher Länge (aber identen ballistischen Eigenschaften für seinen Auszug) in die Hand und man wird sehen.
Ich zähle mich zwar selbst zu den angeblichen Intuitivschützen, schieße aber zu miserabel für einen solchen Test.
Ich denke aber sehr wohl daß es echte und gute Instinktschützen gibt.
Georg
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Aw: Das "instinktive" Schießen 13.10.2009 19:53
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Ist eigentlich echt ne witzige Geschichte.
Also bei mir isses so, das ich grundsätzlich meine Augen aufs Ziel richte. Das geht solange gut, bis ich merke:"Ey super, das klappt ja echt hervorragend!".
Und dann machts im Kopf irgendwie "Klick". Dann versuch ich nämlich das nachzumachen, was vorher so gut geklappt hat.
Dann achte ich auf Auszug, Stand, Release usw,... und dann ist vorbei.
Ich ärger mich, frag mich worans liegt, probiers erneut.
Dazu muss ich sagen, das ich jetzt bei uns im Verein nicht der schlechteste Schütze bin(zwischen Compoundern und FITA Schützen). Kann da ganz gut mithalten. Ok, mit den UltraCompoundern nicht, die treffen echt gut.
Bei dem Thema, denk ich auch immer ans Pistolen schießen und/oder Paintball, weil dort schau ICH(andere machen das sicher anders) auch immer aufs Ziel und nicht Kimme/Korn bzw. Lauf. Allerdings kann man bei diesen Sportarten einen Fehlschuß schneller erörtern, als beim Bogenschießen. Also meiner Meinung.
Jetzt hab ich viel geschrieben und eigentlich keine Aussage gemacht  . Weil ichs auch nicht besser weiß.
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Aw: Das "instinktive" Schießen 14.10.2009 21:52
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Hallo,
ich versuche seit ein paar Wochen intuitiv zu schießen, da Stringwalking mit Langbogen nicht regelgerecht ist.
Meine Erkenntnis: Konzentriere ich mich aufs Ziel und versuche nicht aktiv zu korregieren klappt es besser.
Meine Interpretation: Viele Bewegungsabläufe, Gehen, Gleichgewicht halten u.s.w. wird vom Kleinhirn gesteuert, das Großhirn übernimmt bewußt nur die Vorgabe der Richtung z.B. beim Gehen.
Nach einigen Schuß zum Einschießen, konzentriere ich mich aufs Ziel. Dann treff ich auch. Versuch ich aber aktiv (bewußt) den Fehler vom letzten Schuß zu verbessern ... ist Pfeilesuchen angesagt.
Welches System mein Kleinhirn verwendet, hat sich mir noch nicht erschlossen. Auf den anderen Bögen ziele ich mit Visier oder per Stringwalking.
Grüße ullrson
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Letzte Änderung: 14.10.2009 21:53 von ullrson.
Grund: Rechtschreibfehler
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Aw: Das "instinktive" Schießen 17.10.2009 16:22
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Tja...
Das Problem sind die paar Prozent, die wir als Verstand bezeichnen.
Die sind, wenn man das intuitiv tun WILL, sehr hinderlich.
Intuitiv heißt >nicht denken< sondern >machen<.
Genau deshalb betrachten die Japaner Bogenschießen als Meditationsmethode.
Es gibt Leute, die erreichen diesen intuitiven Zustand nie. Das macht aber nichts.
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Aw: Das "instinktive" Schießen 21.10.2009 06:03
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Also ich schieße so, dass ich mir bereits vor dem Schuss vorstelle, wie die Flugbahn meines Pfeiles verlaufen wird. Dementsprechend lege ich dann mittels Körperneigung den Pfeil "nach Gefühl" auf die gedachte Flugbahn und löse dann.
So kann ich auch auf für mich bis dahin unbekannte Entfernungen das Ziel treffen, da die Flugbahn ja immer gleich ist.
Dabei konzentriere ich mich auf einen winzigen Punkt im Kill de Zieles, damit meine Körperabstimmung und die Visualisierung sich auf einen möglichst kleinen Punkt abstimmen muss. Damit sind entfernungsbedingte Streuungen bereits "inklusive", und das Kill kann gut getroffen werden.
Voraussetzungen sind natürlich eine exakte Auszugslänge und ein sauberer Ablass. Aber es funktioniert erstaunlich gut. Neulich schoss ich auf ein Ziel, welches für mich absurd weit weg stand (bin mehr der Hunter-Schütze...  ). 60 Meter oder so. Mut gefasst, Parabel vorgestellt, Pfeil "draufgelegt" und Treffer ins Kill.
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Aw: Das 23.10.2009 10:13
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Stüssi schrieb:
These: Es gibt überhaupt kein "instinktives/intuitives" Zielen
....
Welche Meinung hat die Forenschaft dazu?
Ich kann das natürlich nur für mich beantworten.
Ich komme aus der FITA Welt und habe anfangs Stringwalking und dann Visier-Technik gelernt.
Nach einigen Monaten habe ich dann zum traditionellen Lager gewechselt und schiesse tatsächlich intuitiv/instinktiv.
Ich habe mal versuch mir für bestimmte Entfernungen ein Hilfssystem zu entwickeln und habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit z.B. Pfeilspitze ins Ziel halten, split-Vision oder Höheneinstellung über Bogenfenster oder Knöchel einfach nur noch saumäßig schiesse.
Also bleibe ich beim intuitiven/instinktiven.
Die Länge meiner Pfeile wird durch das Flugverhalten bestiimt, also sind verschiedene Pfeilsätze (Holz-Carbon-Alu) auch unterschiedlich lang. Die werde so gekürzt, dass die Rohschäfte perfekt fliegen. Ob der Pfeil dann 28,5 oder 30 Zoll hat ist mir egal. Das hat auch keine Auswirkung auf mein Trefferbild.
Gruss
Ralf
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Aw: Das 21.11.2009 20:45
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Hallo miteinander,
Intuitiv/instinktiv. Das ist zunächst mal eine Definitionssache. Wann ziele ich und wann nicht. Hart ausgelegt müsste man die Augen schließen und treffen.
Sobald das Auge ein Ziel erfassen kann zielt man. Ob ich mein Ziel erreiche hängt im Wensentlichen davon ab, wiesehr ich den Weg dorthin geübt habe.  Oder?
Da sind wir nun schon bei der Sache.
Der eine übt sich ohne Hilfmittel so lange bis er alle Parabeln kennt, der andere nutzt mehr oder weniger Zieleinrichtungen. Die eingebrachte Leistung unterscheidet sich allerdings. Man lese nur einmal sich in das Kyudo ein.
Dort kann man erfahren, wieviel Zeit und Selbsterkenntnis notwendig sind, um mit ganz wenigen Hilfs-/Zielmitteln auszukommen. Man soll dabei ehrlich zu sich selbst sein und bei Turnieren nicht allzu stolz auf seine mit Zielhilfen erreichte Ringzahl sein.
Ich selbst komme aus der olymp. ringzahlgeilen FITA-Riege, der ich jahrelang mit allem BI-BA-BO angehörte, bis das Alter und die Liebe zum einfachen Bogen mich in Wald und Feld trieben.
Alle ins Ziel
Pfeilflug
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Aw: Das 21.11.2009 23:28
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Der eine übt sich ohne Hilfmittel so lange bis er alle Parabeln kennt,
Das ist ja der Punkt... mit dem Bogen, den man immmer schießt, und den selben Pfeilen, und der selben Auszugstechnik (resp. Auszugslänge) gibt es nur eine Parabel.
Die ändert sich nicht, und wenn man die "eingespeichert" hat, legt man den ausgezogenen Pfeil auf die Parabel, welche das Ziel schneidet. Und wieder ein Treffer... ohne zu "zielen" oder besser: zu "visieren".
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Aw: Das "instinktive" Schießen 19.01.2010 11:32
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Hallo miteinander
Will ich auch mal meinen Senf dazu geben. In meiner Bogenbiegerkarriere habe ich bescheiden angefangen, und zwar habe ich über die Pfeilspitze geschaut so das sie im Ziel lag, und los. Auf einer ebenen Fläche kann man mit dieser Methode relativ schnell ergfolge feiern. Aber bei Bergauf bzw. Bergabschüssen schaut es anders aus  . Sicherlich ist es dienlich zu wissen wo man seinen persönlichen Nullpunkt hat. Wobei dies dann auch schon wieder Systemschützen sind (Abgreifer, Stringwalking). Je länger ich aber dieses schöne Hobby betreibe stelle ich fest das mein "Intuitives Schiessen" von mal zu mal besser wird. Sicherlich greife ich auch auf Erfahrungswerte zurück, dies dann allerdings im Unterbewusstsein  . Ein alter Bogner hat mir mal folgendes gesagt: Wenn man als Kind sich den Ball zuwirft passen die meisten Würfe nicht, zu kurz oder weit daneben. Das Kind hat aber Spaß am Ball werfen und übt. Und mit jedem Wurf wird es besser, bis das es fast perfekt ist. Ich fande diesen vergleich interessant und führe ihn deshalb hier im Forum mal an.
Allerdings achte ich im gegensatz zu RABU darauf das meine Schäfte alle gleich sind. Ist bestimmt zu einem gewissen Prozentsatz einem möglichen treffer dienlich.
Am ehesten könnte man feststellen wie man schiesst wenn man von varierenden Distanzen ein Ziel beschiesst. Einfach mal versuchen, Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.
mfg
Der Didi
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